hope_calaris: (SN_Winken)
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Inhalt: Halwajat ha-Met <hebr.>; Begleitung des Verstorbenen

Altersfreigabe: PG-13 

Anmerkung: Spoiler für die gesamten vier Staffeln und künstlerische Freiheiten in Bezug auf „In my time of dying“. Danke an Kinka fürs Korrekturlesen. 

Disclaimer: Eines Tages ... ja, eines schönen Tages ...

 

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Halwajat ha-Met

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i.

Du hast noch nie etwas von dieser Winchesterfamilie gehört, als du den Ersten von ihnen abholst. Genau genommen ist es noch gar keine Familie, aber dass weißt du da noch nicht.

Er lächelt und schaut sich verwundert um. Er ist glücklich. Du magst es, wenn sie glücklich sind, das macht die Sache einfacher. Er lächelt dich sogar noch an als er dich bemerkt, doch wenige Sekunden später macht sich Verwunderung in seinem Gesicht breit. Er dreht sich suchend um und du wartest geduldig, bis er feststellt, dass das blonde Mädchen wirklich nirgends zu sehen ist.

„Ich dachte immer, ich sterbe in Vietnam“, sagt er schließlich und du lächelst. Du magst es, wenn die Menschen von alleine wissen was passiert. Das macht die Sache einfacher.

„Es ist in Ordnung, John“, sagst du und gehst voran.

ii.

Du kennst diese Noch-Nicht-Winchesterfamilie seit nicht einmal einer halben Stunde und schon macht sie sich daran, die Gesetze des Kosmos zu umgehen.

Er lächelt ein trauriges Lächeln, als du dich zu ihm umdrehst und in die andere Richtung zeigst. „Geh nach Hause, John.“

iii.

Du fragst dich, was eigentlich der Plan von diesem gelbäuigen Dämon ist, als du zehn Jahre später neben ihr in einer Flammenhölle stehst. Doch diese Neugier ist nur ein flüchtiger Gedanke.

„Es ist Zeit, Mary“, sagst du, während ihr Leben zu Asche zerfällt. Sie sieht dich an, ihre Augen rot gerändert und voller Schuld, und sie schüttelt den Kopf.

iv.

Dreiundzwanzig Jahre später stehst du wieder neben ihr in den Flammen, aber dieses Mal ist das Feuer nicht feindselig. Für einen kurzen Moment wunderst du dich, dass sie dich erkennt; dass sie immer noch die Mary ist, die du zurückgelassen hast. Nicht viele schaffen das. Doch du siehst ihren Jüngsten an der Wand und verstehst, warum sie gewartet hat.

„Bereit, Mary?“, fragst du und dieses Mal nickt sie.

v.

Du hast seine Mutter gewähren lassen, aber du bezweifelst, dass er das Gleiche schafft. Es ist zu viel Wut in ihm. Zu viel Sorge. Du möchtest, dass er das Alles hinter sich lässt.

„Du musst dich entscheiden, Dean“, flüsterst du. Vielleicht wird er dir tatsächlich folgen.

vi.

Du hast Menschen, die nicht wussten wohin ihre Reise führt, vor Angst zittern sehen. Er weiß, wohin sein letzter Weg führt, doch Angst siehst du nicht. Nur eine Müdigkeit, die sein ganzes Wesen umhüllt hat. Das und Liebe.

„Du musst gehen, John“. Er sieht dich an und lächelt traurig.

vii. 

Du wirst nie erfahren, wie er sich entschieden hätte, aber eigentlich glaubst du, dass er geblieben wäre. Nur liegt es nicht mehr an dir, dass zu entscheiden.

„Auf Wiedersehen, Dean.“ Du legst ihm die Hand auf die Stirn und siehst zu, wie er er atmet.

viii.

Er sieht dich an und seine Augen erinnern dich an seine Mutter. Aber er ist wie sein Vater damals, als er sich umdreht, und wie sein Vater damals findet er nicht, wonach er sucht.

„Dean wird nachkommen, Sam.“ Du streckst die Hand nach ihm aus.

ix.

Eigentlich solltest du inzwischen daran gewöhnt sein. Schließlich hat sich die Winchesterfamilie schon bei eurer allerersten Begegnung nicht an die Regeln gehalten. Dass sie diese aber gewohnheitsmäßig durchbrechen ist schon bemerkenswert. Vielleicht werden sie es nie lernen.

Er starrt noch immer auf deine Hand und wie sein Bruder macht er nicht den Eindruck, als ob er dir folgen wolle. Du ziehst deine Hand zurück und deutest hinter ihn.

„Dean wartet auf dich, Sam.“

x.

Du erkennst es an seinen Augen. Er hatte lange Zeit kein Zuhause mehr. Er ist müde und er lächelt dich noch immer auf die gleiche traurige Art und Weise an wie damals.

„Geh nach Hause, John“, sagst du.

xi.

Er erinnert dich an seinen Vater, auch er zeigt keine Angst. Du fragst dich, wie oft er dir noch begegnen wird ohne sich an dich zu erinnern. Ob dir irgendwann die Worte ausgehen werden. Du hast schon so viele Menschen gesehen, aber noch nie eine Familie wie diese.

„Hallo, Dean.“

xii.

Er ist selbst für dich lange her, dass du einen Engel gesehen hast.

Du wirst ihm nicht sagen, dass er ein gutes Werk tut, denn das ist nicht deine Art. Aber du kannst dich zu Dean beugen und ihm zuflüstern, dass du ihn und den Rest der Winchesterfamilie frühestens in einem halben Jahrhundert wiedersehen willst.

- fin



 

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